Wie man in diesem ersten Bild sehen kann gibt es Möglichkeiten, auch in der prallen Mittagssonne ausgewogene schöne Portraits zu fotografieren. Die meisten Fotografen scheuen das Mittagslicht, also die hoch stehende Sonne wegen den harten Schatten, die Porträts in der Regel unbrauchbar machen. Sie können das im folgenden Bild deutlich erkennen. Die Sonne erzeugt Tiefe Schatten in den Augen und hohe Kontraste im Gesicht auf dem Körper und in den Haaren. Ich möchte in diesem Tutorial zeigen, wie man ohne aufwändige Technik trotzdem zu guten Bildergebnissen kommen kann.

Wir wollen in diesem kleinen Workshop nicht mit Blitzgeräten und anderen teurem Equipment arbeiten. Meistens hat man so etwas sowieso nicht dabei wenn man zum Beispiel mit der Familie oder mit Freunden in der Natur unterwegs ist.

Wenn Sie allerdings die Möglichkeit haben, einen Faltreflektor mitzunehmen (zusammengefaltet ist dieser 30-40 cm im Durchmesser) haben Sie viele Möglichkeiten Schatten aufzuhellen und ihre Bilder deutlich zu verbessern.

Die einfachste Möglichkeit ein Porträt aufzuhellen ist es, dass der/die Porträtierte den weißen Reflektor selbst in den Händen hält. Dann braucht man nicht einmal einen Assistenten. Wie wir im folgenden Bild sehen können ist die Aufhellung auch sehr deutlich. Die Schatten werden weitestgehend ausgeblendet.

Wesentlich angenehmer ist das Licht des Reflektor ohne die reflektierende Hülle. Der Kern des Reflektor ist nämlich ein weißer Stoff, der die hervorragende Eigenschaft hat nicht nur zu reflektieren, sondern auch nicht die Fuß durch zulassen. Hier spricht man dann nicht mehr von einem Reflektor sondern von einem „Diffusor“ (die handelsüblichen Faltreflektor und die man schon ab zehn Euro bekommen kann haben meist alle diese Möglichkeiten).

Wesentlich natürlicher sie das Licht nämlich aus wenn man es nicht von unten reflektiert, sondern wenn man das Sonnenlicht durch den Reflektor streut und durch das so erhaltende weiche Licht die Schatten angenehmer wirken lässt. Schauen wir uns das folgende Bild an dem Fiona das Modell den Diffusor selbst hält.

Das Licht, dass wir dadurch gewonnen haben ist sehr weich und hat den großen Vorteil, dass es auch von oben kommt, also die Lichtcharakteristik des Tageslichts nicht verändert. So wirkt das Porträt sehr natürlich. Der Diffusor nimmt auch nicht so viel Licht Weg das es unter ihm zu dunkel wird. Natürlich ist es besser, wenn jemand anders den Diffusor hält. Dann hat das Modell mehr Bewegungsfreiheit.

Und hier sehen wir ein Ergebnis mit Bewegung in der Natur. Der Diffusor wurde einfach zwischen Sonne und Modell gehalten.

Zu guter letzt noch eine Möglichkeit, ähnliche Effekte zu erzielen auch wenn sie keinen Diffusor dabeihaben. Die einzige Chance ein weiches Licht zu bekommen ist es, im Schatten zu fotografieren. Wie man beim folgenden Bild sieht ist aber der Schatten im Vergleich zum Diffusor wesentlich dunkler und hat oft auch eine kühlere Lichtstimmung (Lichtfarbe). Wir sehen hier das das Modell etwas zu dunkel ist und der Hintergrund sehr hell. Das Himmelsblau ist auch fast weiß geworden.

Hier gibt es eine Möglichkeit, wie sie mit der Standortwahl diese Kontraste ausgleichen können. Im Folgenden wird habe ich denselben Schatten unter dem Baum verwendet, aber in eine andere Richtung fotografiert bei dem der Hintergrund ausgeglichener ist und von der Helligkeit besser zum Licht im Schatten passt. Natürlich ist der Himmel und Teile der Gräser auch sehr hell, aber insgesamt ist das Bild doch wesentlich ausgewogener.